Mit autonomen Bussen im ÖPNV zu mehr Barrierefreiheit

8. Juni 2026 / IKTD Universität Stuttgart

Mit gleich zwei ausgezeichneten Beiträgen auf der internationalen DESIGN 2026 Konferenz in Cavtat (Kroatien) wurde die Forschung von Julian Faig am IKTD der Universität Stuttgart gewürdigt. Beide eingereichten wissenschaftlichen Paper wurden nicht nur zur Konferenz angenommen, sondern jeweils zusätzlich mit dem „Reviewers Favorite Award“ ausgezeichnet.

Forschung zu Akzeptanz und Nutzung autonomer Busse

Im Mittelpunkt der beiden Beiträge steht die Frage, wie autonome Busse künftig erfolgreich in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden können und welche Bevölkerungsgruppen solche Angebote tatsächlich nutzen würden. Grundlage der Untersuchungen war eine groß angelegte Onlinebefragung mit mehr als 1.700 Teilnehmenden in der Metropolregion München, in der sowohl Mobilitätsverhalten als auch Einstellungen gegenüber autonomen Bussystemen analysiert wurden. Dabei standen neben klassischen Einflussfaktoren wie Alter, Verkehrsmittelnutzung oder Mobilitätsverhalten insbesondere Akzeptanz, Sicherheitswahrnehmung und Anforderungen an Barrierefreiheit im Fokus.

Ergänzend wurden mithilfe einer Clusteranalyse unterschiedliche Mobilitätstypen identifiziert, von technologieoffenen und umweltbewussten Personen bis hin zu komfort- und sicherheitsorientierten Autofahrenden. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere jüngere, multimodale und nachhaltig orientierte Menschen offen gegenüber autonomen Bussystemen sind. Gleichzeitig verdeutlicht die Forschung, dass Vertrauen, wahrgenommene Sicherheit sowie eine inklusive und barrierefreie Gestaltung entscheidende Voraussetzungen für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz darstellen. Darüber hinaus wird deutlich, dass autonome Mobilitätsangebote künftig nicht nach dem „One-size-fits-all“-Prinzip gestaltet werden können, sondern differenzierte Kommunikations-, Service- und Gestaltungskonzepte für verschiedene Nutzergruppen erforderlich sind, um autonome öffentliche Verkehrssysteme erfolgreich in den Alltag zu integrieren.

Beitrag zur nachhaltigen und inklusiven Mobilität

Die beiden ausgezeichneten Arbeiten leisten einen Beitrag zur nutzerzentrierten Entwicklung zukünftiger Mobilitätssysteme. Ziel ist es, autonome öffentliche Verkehrsmittel nicht nur technologisch umzusetzen, sondern diese auch gesellschaftlich akzeptabel, nachhaltig und inklusiv zu gestalten.

Die Forschung entstand im Rahmen des Projekts MINGA (Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobussen und Bus-Platoons) und wurde durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Grundlage der Untersuchungen war eine umfangreiche empirische Datenerhebung zur Nutzung und Wahrnehmung autonomer öffentlicher Verkehrssysteme in Deutschland.

Dieses Bild zeigt Julian Faig

Julian Faig

M.Sc.

Akademischer Mitarbeiter

Dieses Bild zeigt Daniel Roth

Daniel Roth

Dr.-Ing.

Leiter Finanzen und Verwaltung;
Stlv. Leiter Konstruktionstechnik;
Gruppenleiter Methodische Produktentwicklung

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