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Neuer Forschungsschwerpunkt Biofabrikation stärkt Stuttgart als biomedizinischen Standort

18. November 2025

Die Herstellung komplexer biologischer Produkte und Gewebe ist wegweisend für die Biomedizin, etwa beim Ersatz erkrankter Gewebe oder als Alternative zum Tierversuch, aber auch für die biotechnologische Produktion von kultiviertem Fleisch. Das Land Baden-Württemberg und die EU investieren in die Ausstattung am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, um den Aufbau eines Zentrums für Biofabrikation in Stuttgart zu unterstützen.

Biologische Gewebe, Organmodelle und zellbasierte Testsysteme gewinnen für die biomedizinische Forschung und für 3R-Strategien zunehmend an Bedeutung. Im Zentrum steht die Biofabrikation – ein interdisziplinärer Ansatz, der biotechnologische, ingenieurwissenschaftliche und materialwissenschaftliche Methoden verbindet, um komplexe biologische Produkte gezielt und reproduzierbar herzustellen.

Um diesen Bereich in Stuttgart weiter auszubauen, unterstützen das Land Baden-Württemberg, der Bund und die EU Investitionen in neue Geräte und Infrastruktur. Am 12. November 2025 überreichte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut Prof. Dr. Petra Kluger einen Förderscheck in Höhe von insgesamt 2,99 Millionen Euro zur Stärkung des Forschungsschwerpunktes Biofabrikation.

»Mit dem neuen Biofabrikationszentrum in Stuttgart aktivieren wir gezielt vorhandene Stärken durch die Verknüpfung biotechnologischer, ingenieur- und materialwissenschaftlicher Methoden. Dadurch entstehen völlig neue Lösungsansätze mit großem Wertschöpfungspotenzial, von denen vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren werden«, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Übergabe.

Prof. Kluger, die sowohl das Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie IGVP der Universität Stuttgart leitet als auch das Fraunhofer IGB, betont die Bedeutung des Ausbaus für Forschung und Transfer: »Die Mittel ermöglichen es uns, Herstellungsprozesse für biologische Gewebe und Produkte gezielt zu erforschen und in skalierbare, marktfähige Lösungen zu überführen.«

Zusätzlich zum Fraunhofer IGB, das IGVP spielt dabei eine zentrale Rolle. Es erforscht grundlegende Fragen der Biofabrikation – etwa funktionelle Gewebemodelle, Materialoberflächen oder biobasierte Druckverfahren – und bildet eine wichtige wissenschaftliche Säule des neuen Zentrums. Gleichzeitig stärkt die Forschungsgruppe von Prof. Kluger als Partner für funktionelle Fettgewebemodelle die universitäre Stuttgart Research Initiative 3R-BioMedicUS, die innovative, prädiktive Patientenmodelle für die biomedizinische Forschung entwickelt.

Prof. Kluger bringt zudem ihre langjährige Expertise im Tissue Engineering und der Biofabrikation ein – einschließlich Anwendungen wie biotechnologisch hergestelltem Fleisch für den Novel-Food-Bereich. Durch die Entwicklung und den Ausbau der Biofabrikation wird die Position Baden-Württembergs als Zentrum für Forschung und Entwicklung gestärkt.

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Übergabe des symbolischen Förderschecks zum Aufbau eines Biofabrikationszentrums in Stuttgart. V. l.: Prof. Dr. Steffen Rupp (stv. Institutsleiter Fraunhofer IGB), Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Prof. Dr. Petra Kluger (Institutsleiterin Fraunhofer IGB)

Link zur Original-Pressemitteilung (Fraunhofer IGB):

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